Diversity im Motorsport: Warum Vielfalt im Fahrerlager mehr als eine Haltung ist
Inklusion, Vielfalt, Teilhabe – ADAC-Ortsclubs wie der MSC Hemau zeigen, wie konkrete Projekte Barrieren abbauen und den Sport für alle öffnen.
Was Diversity im Motorsport bedeutet
Diversity – die bewusste Wertschätzung von Vielfalt – umfasst unterschiedliche Merkmale wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sozialer Hintergrund. Im Motorsport, der traditionell als technikgetriebene und zugangsstarke Disziplin gilt, gewinnt das Thema zunehmend an Relevanz. Vielfältig aufgestellte Teams bringen unterschiedliche Perspektiven ein und damit nachweislich mehr Innovationskraft. Das gilt für Ingenieurs-Teams genauso wie für Vereine und Ortsclubs.
MSC Hemau: Inklusion mit System seit mehreren Jahren
Ein konkretes Beispiel liefert der MSC Hemau, ADAC-Ortsclub aus der Oberpfalz. Seit mehreren Jahren ermöglicht das „Fun-Kart-Racing-Team“ schwer kranken sowie körperlich und geistig behinderten Menschen echte Rennsporterlebnisse. Für Teilnehmende, die nicht selbständig fahren können, steht ein Doppelsitzerkart mit zwei eigenen Cockpits bereit – Fahrspaß ohne Kompromisse, angepasst an das individuelle Befinden.
Seit 2020 bietet der Club zusätzlich Kinder und Jugendlichen mit Gehbehinderung die Teilnahme am Kartslalom-Sport an. In wöchentlichen Trainingseinheiten üben sie gemeinsam mit nicht behinderten Gleichaltrigen, auf Augenhöhe, in freundschaftlicher Atmosphäre. Ermöglicht wird das durch ein speziell auf Handbetrieb umgerüstetes Automatik-Slalom-Kart, das der MSC Hemau für Training und Rennen kostenlos zur Verfügung stellt. Anschließend können die Teilnehmenden an offiziellen Kartslalom-Rennen starten.
Was es braucht, um Diversity nachhaltig zu verankern
Einzelprojekte wie das des MSC Hemau senden ein starkes Signal. Damit Diversity im Motorsport strukturell verankert wird, sind zusätzlich gezielte Maßnahmen gefragt: Bewusstseinsbildung in Clubs und Schulen, Partnerschaften mit Behindertenorganisationen sowie Mentoring-Programme für Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer unterschiedlichster Herkunft. Klare Leitlinien und ein positives Miteinander helfen, Vorurteile abzubauen und neue Zielgruppen zu gewinnen – als Fahrer, Helfer und Vereinsmitglieder.
Thema: Diversity und Inklusion im Motorsportverein | Praxis-Beispiel: MSC Hemau | Sportart: Kartslalom | Zielgruppe: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung | Ausrüstung: Handbetriebenes Automatik-Slalom-Kart | Förderung: kostenlose Nutzung durch MSC Hemau | Verband: ADAC